Tagebuch Telma & Luise: Hausbesuche.
Wie spannend! Nicht nur, dass wir neuerdings tagsüber draussen sind, nein, wir leben auch noch in einem Katzenparadies! Alle umliegenden Zweibeiner haben eigene Samtpfoten Eingänge oder super begehbare Balkon- und Terrassentüren. Das ist der Hammer, so hat sich unser Menüplan gleich um ein vielfaches erweitert. Bei einem Nachbarn gibt es sogar Katzenmilch bereitgestellt. Beim anderen gefällt uns dieses Ledersofa unheimlich gut. Unsere neuen Freunde sind echt nett, meistens lassen sie uns aus ihren Tellerchen speisen und haben auch nichts dagegen, wenn wir uns mal eine Runde aufs Ohr hauen. Bis auf eine ältere, etwas eigene Dame, die findet uns recht uncool. OK, zugegeben, manchmal übertreiben wir es leicht. Denn als Luise sich das Bett im Schlafzimmer für das Nickerchen aussuchen wollte, lag die ältere Dame zusammen mit ihrer Zweibeinerin schon drin. Ist verständlich, dass das zu weit geht, oder? Unser neues Hobby ist natürlich schon aufgeflogen. Beim gemütlichen Abendessen wurden unsere Besitzer informiert, dass wir bei allen sieben Nachbarn unsere regelmässigen Hausbesuche absolvieren…
Tagebuch Telma & Luise: FREIHEIT.
Unser Hausarrest hat ein Ende, unsere Zweibeiner gewähren uns endlich Auslauf. Zugegeben, wir haben ja auch gar nichts unterlassen, ihnen unser Verlangen unter Beweis zu stellen. Die Balkontüre wurde zu unserer liebsten Herausforderung. Gut sind wir zu zweit, das vereinfachte unser Spiel. So gelang es Schwesterchen Telma dank meinem perfekten Ablenkungsmanöver, erstmals zu entwischen. Zugegeben, sie hat es etwas übertrieben. So musste Zweibeiner Nachbar mit der Leiter anrücken, weil Klettern wirklich meine Stärke ist. Sie hängte etwas arg hilflos in der Tanne, hat sie mir danach verraten. Aber jetzt, wo wir regelmässig mittags raus dürfen, kehren wir freiwillig und pünktlich (sind ja auch Schweizer Büsis) aufs Nachtessen zurück - und schlafen dann erstmal eine Runde, wo wir vom Morgen und neuen Abenteuern träumen.
Tagebuch Telma & Luise: Kein Zweifel über Glück.
Heute haben wir gelernt, was wir ja schon wussten: Wir sind Glückskatzen. Drum weiblich. Aber wir sind nicht nur glücklich, weil wir gerettet wurden, sondern wegen unseres genetischen Hintergrundes. Unsere Fellzeichnung wird Schildpattmuster genannt. Wären wir adeliger (als wir eh schon sind), würden die Züchter uns als tricolor bezeichnen und wären wir PerserInnen hiessen wir dann Calico. Vor rund 200 Jahren glaubte der Volksmund sogar, dass wir vor allerlei Unglück schützen würden. Weniger schön fanden wir die Idee, dass wenn man uns ins Feuer werfe, wir das gleiche auch löschen könnten. Wie dem auch sei, wir sind froh, dass wir heute einfach nur Glückskatzen sind und sein dürfen.
Tagebuch Telma & Luise: Fast alles unter Kontrolle.
Das neue Daheim haben wir voll im Griff. Am lustigsten ist es, wenn die WG-Partner sich zurückziehen. Dann ist die Bahn frei für uns, wir rasen quer durch’s Wohnzimmer, Sofa auf und ab. Werden wir dann doch mal müde, legen wir uns zu den Zweibeinern. Am liebsten schlafen wir immer noch ganz nah beieinander, um nicht zu sagen, ineinander. Tagsüber haben wir auch ein neues Spiel, wir suchen uns neues Spielzeug auf den Tischen und verteilen sie unter allen anderen Möbeln. Und bei jeder noch so kurzen Gelegenheit probieren wir raus zu kommen. Wir verstehen nicht wirklich, warum wir das nicht dürfen. Ob sich das überhaupt, und wenn ja, bald ändert?
Tagebuch Telma & Luise: Erste Tage.
Es gefällt uns, das neue Daheim. Der Zweibeiner übernachtet bei uns im Parterre auf dem Sofa. Telma, meine Schwester, die gerne schmust, schläft jetzt nicht mehr bei mir auf dem Kratzbaum. Sie legt sich zum Zweibeiner an die Füsse. Mir solls recht sein, dann hab ich mehr Platz. Super finden wir, dass unser Essen hoch oben ist. Irgendwie scheint uns, würden die vierbeinigen WG-Partner auch gerne mitessen. Dabei bekommen die jeweils Riesenportionen. Gerne sitzen wir an den Fenstern, da draussen scheint ein Paradies auf uns zu warten. Schade nur, dass wir chancenlos rauskommen…
Telma & Luise: Zuhause!
Geboren auf dem Bauernhof wurden wir in letzter Minute gerettet, bevor der Bauer sein Werk vollenden konnte. Nach der ersten Zwischenstation kamen wir an ein tolles Plätzli, wo wir leider nicht bleiben konnten. Aber jetzt wird’s gut. Wir sind sehr schüchtern, hier gibt es so viel Neues. Am wohlsten ist es uns gerade auf dem hohen Kratzbaum, den wir mitnehmen durften. Hier oben fühlen wir uns sicher, denn unsere neuen WG-Partner sind echt neugierig. Eigentlich sehen sie recht nett aus, aber manchmal bellen sie, das ist nicht schön. Aber kaum sind sie weg, schauen wir uns schon mal etwas um, im neuen Daheim!