Sexualverhalten

Wer sich entschieden hat, seine erwachsene Katze nach der ersten Rolligkeit bzw. seinen Kater nach Einsetzen der Geschlechtsreife, die dieser durch seine Duftmarken in der Wohnung kundtut, nicht zu kastrieren, muss damit rechnen, dass sie bzw. er sich die Möglichkeit zur Paarung verschafft. Besonders hoch ist die Paarungsbereitschaft des Katzenweibchens im Frühjahr (März und April) sowie im Sommer (Juni und Juli). Bei manchen Katzen tritt im September noch eine dritte Phase der Rolligkeit auf. Generell aber ist der Zeitpunkt der Rolligkeit eine individuelle Angelegenheit und kann von Weibchen zu Weibchen variieren. Die Paarungsbereitschaft des Katers hängt von ihren Signalen ab. Sobald er sie empfängt, ist er prinzipiell paarungsbereit. Wer sich nicht sicher ist, was mit potenziellem Katzennachwuchs geschehen soll, sollte eine Paarung vermeiden. Es ist verantwortungslos (und tierschutzwidrig), seine Kätzin gebären zu lassen und die Katzenbabys dann zu töten.
Die Paarung
Ist Katzennachwuchs ausdrücklich gewünscht und das spätere Verbleiben der Babys in guten Händen geklärt – beispielsweise im Rahmen der Zucht -, wird die nächste Rolligkeit abgewartet. Diese äußert sich in einer gesteigerten Anhänglichkeit, das Katzenweibchen wird zunehmend unruhiger und drängt nach draußen. Zwischen Februar und September durchläuft die Hauskatze mehrere Rolligkeitszyklen, von denen jeder einzelne ungefähr fünfzehn bis zwanzig Tage dauert – sofern keine Befruchtung stattfindet. Im Gegensatz zu anderen Säugetieren verliert sie dabei kein Blut. Der Kater wird vielmehr dadurch gelockt, indem sich die rollige Kätzin an Gegenständen reibt und so einen Lockstoff absondert. Ihr durchdringendes Miauen erinnert an das Weinen eines Katzenjungen. Im Rahmen der Zucht wird sie nun zu einem Kater gebracht; eine unkastrierte Freigängerkatze sucht sich ihren Kater selbst. Noch einmal sei darauf hingewiesen, dass, wer dies vermeiden will, seine Katzendame kastrieren lassen sollte, denn jede Rolligkeit, in der sie nicht zu einem Kater darf, ist für sie eine Qual. Zudem sind rollige Katzendamen trickreich – wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, lautet ihr Motto, und schon so mancher Katzenbesitzer, der dachte, seine rollige Madame gut bewacht zu haben, sah sich überrascht mit ungewolltem Nachwuchs konfrontiert.

Eine Paarung beginnt damit, dass das Katzenweibchen beginnt, dem Kater ihrer Wahl seine Paarungsbereitschaft zu signalisieren. Die Auswahl an potenziellen Partners ist zumeist reichlich, da durch das rollige Miauen sämtliche unkastrierte Kater der Umgebung bereit stehen. Die rollige Kätzin wälzt sich am Boden, um die Aufmerksamkeit ihres Auserwählten zu erwecken, und nimmt schließlich Paarungshaltung an. Konkret heißt dies, dass sich das Weibchen flach auf den Boden drückt, das Hinterteil anhebt und den Schwanz dabei zur Seite legt. Nun besteigt der Kater das Weibchen, wobei er das Nackenfell mit seinen Zähnen packt. Aufgrund dieses Nackenbisses – und den stacheligen Katerpenis – wird der Eisprung ausgelöst – eine perfekte zeitliche Koordinierung von Paarung und Eisprung, die die hohe Erfolgsquote der Katzenfortpflanzung erklärt. Der tatsächliche Akt ist bei Katzen recht kurz und wird von einem heftigen Fauchen des Katzenweibchens begleitet, das zum Ende den Kater wegstößt. Sollte die Befruchtung nicht gelungen sein, wird das Katzenweibchen nach ca. zwanzig Tagen wieder rollig.

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