Meine Katze lässt mich nicht ausschlafen

Wer sein Zuhause mit einem Stubentiger teilt, kennt diese Situation: Zu nachtschlafender Zeit dringen zuerst leise, dann immer lauter werdende Klagetöne ins noch schlummernde Bewusstsein. Spätestens wenn sich das lautstarke Katzenorgan zwei Zentimeter neben dem Ohr des Schläfers befindet, nimmt die Nachtruhe ein jähes Ende. Ignoriert man das Maunzkonzert, folgt häufig ein Pfotenangriff oder das energische Kratzen an Polstern und Türen – so lange, bis der gepiesackte Katzenbesitzer aufsteht, um seinem tierischen Mitbewohner das Frühstück zu kredenzen oder ihm die Türe für seinem Morgenspaziergang zu öffnen.

Katzen lernen schnell: Haben sie mit dieser Methode einmal Erfolg, wird der tägliche Weckruf zur Gewohnheit. An eine ungestörte Nachtruhe oder gar langes Ausschlafen am Wochenende ist dann nicht mehr zu denken. Spätestens jetzt fragt man sich: Warum macht die Katze das, und wie gewöhne ich es ihr wieder ab?

Katzen sind dämmerungs- und nachtaktiv. Wenn wir aktiv sind, schlafen die Stubentiger, in unserer Ruhephase werden sie munter. Wohnungskatzen passen sich dem Lebensrhythmus ihrer Menschen zum Teil an, vollständig zu tagaktiven Wesen umerziehen lassen sie sich aber nicht.
Die frühmorgendliche Schreiorgie kann verschiedene Ursachen haben: Entweder ist die Katze hungrig, oder ihr ist langweilig. Für den Menschen macht das erst einmal keinen Unterschied, an Schlaf ist so oder so nicht mehr zu denken. Zur Lösung des Problems führen aber unterschiedliche Wege.

Eine gelangweilte Katze erfreut sich schon an der kleinsten Aufmerksamkeit des Menschen: So wird unter Umständen auch Schimpfen, beruhigendes Kraulen, entnervtes Wegschieben oder das Werfen mit Gegenständen nach dem Störenfried als lustiges Spiel fehlgedeutet. Geben Sie Ihrer Katze daher keinerlei Gelegenheit zur Interaktion und ignorieren Sie standhaft jeden Annäherungsversuch! Bei einer einzeln gehaltenen Wohnungskatze kann die Anschaffung einer zweiten Samtpfote als morgendlichen Spielgefährten Wunder wirken.
Fordern Freigänger-Katzen in der frühen Morgenstunde ihren Ausgang ein, lässt sich das Problem recht einfach durch den Einbau einer Katzenklappe aus der Welt schaffen: Der Vierbeiner kann dann ohne menschliche Hilfe zu seinem morgendlichen Erkundungsgang aufbrechen.

Bei einer hungrigen Samtpfote werden diese Massnahmen keinen Erfolg zeigen. Katzen fressen gerne mehrere kleine Portionen am Tag – liegt die letzte Fütterung schon recht lange zurück, ist es durchaus möglich, dass dem Stubentiger frühmorgens der Magen knurrt. Eine spätere Abendmahlzeit verlängert die Nachtruhe oft erheblich. Auch ein Futterautomat, an dem sich die Katze während der Nacht selbst bedienen kann, leistet in diesem Fall gute Dienste.

Wird die Katze morgens von den ersten Sonnenstrahlen geweckt oder scheint der Mond hell ins Zimmer, hilft das nächtliche Verdunkeln der Wohnung. Auch das Aussperren des Stubentigers aus dem Schlafzimmer kann zu ungestörten Träumen verhelfen – allerdings sollten Sie damit rechnen, dass sich das Maunzkonzert zuerst einmal an einen anderen Standort verlagert und vom Kratzen an der Tür untermalt wird. Geduld und gute Nerven sind hier gefragt – in hartnäckigen Fällen helfen Ohrstöpsel, bis die Erziehungsmassnahme Wirkung zeigt.

Langfristiger Erfolg stellt sich nur durch konsequentes Nichtbeachten der Katze ein. Es ist sicherlich nicht einfach, die Klagelieder einer scheinbar kurz vor dem Hungertod stehenden Samtpfote zu ignorieren. Auf lange Sicht ist dies aber der einzige Weg, die nächtlichen Störungen abzustellen! Katzen sind Meister im Erziehen ihrer Besitzer, und sie nützen jede Schwäche gnadenlos aus. Ein einziger Ausrutscher in Form eines ausserplanmässigen Frühstücks kann die ganze Erziehungsarbeit in Frage stellen!

Einer Katze schlechte Gewohnheiten abzugewöhnen, kostet Zeit und Nerven. Lassen Sie solche daher gar nicht erst aufkommen: Gewöhnen Sie einen neu eingezogenen Stubentiger an feste Fütterungszeiten, und vermeiden Sie konsequent das Füttern ausserhalb dieser Zeiten. Geben Sie die erste Mahlzeit am Morgen nicht unmittelbar nach dem Aufstehen, sondern erledigen Sie erst Ihre morgendliche Routine – und beenden Sie den Tag mit einer ausgiebigen Spielstunde und einer letzten Futterportion vor dem Schlafengehen.

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