Eine bettelnde, aufdringliche, teils aggressive oder schlafraubende Katze muss nicht sein. Leider gibt es dies aber immer wieder und bringt Stress, Ärger und Frust in einen Katzenhaushalt. Hier erfahren Sie mögliche Gründe oder Auslöser für ein solches Verhalten.
Viele Katzen haben gelernt, dass sich ausgiebiges Jammern und Betteln lohnt, weil sie irgendwann doch das Gewünschte erhalten haben: Resten vom Tisch, das Schlafen im Bett des Besitzers, immer frühere Fütterungszeiten als vorgesehen etc. Deshalb ist es bereits beim Einzug einer Katze wichtig, dass man gewisse Regeln trifft und sich konsequent an diese hält. Man tut auch dem Tier keinen Gefallen, wenn es mal das eine darf und dann wieder nicht. So sollten Tabu’s definiert werden und diese lohnen sich: eine Katze, die noch nie etwas vom Tisch bekommen hat, wird auch nicht jedes Mal versuchen, ob sie etwas davon abbekommen wird…
Gerade bei zu früh übernommenen Katzen (5.-8. Woche nach Geburt) oder bei Katzen, welche vom Menschen per Handaufzucht gross geworden sind sowie bei teils Rassekatzen, die sehr fürsorglich vom Menschen betreut wurden, ist oft eine extrem enge Bindung zu ihrem Besitzer feststellbar. Diese Katzen akzeptieren keine geschlossene Türen, jammern und schreien nur schon, wenn ihr Mensch alleine ins Bad geht oder stehen sogar jedes Mal von ihrem Schlafplatz auf und folgen dem Besitzer, wenn er sich in der Wohnung bewegt. Hier handelt es sich um ein Ungleichgewicht, welches auch mit sehr viel Stress für das Tier selbst verbunden ist, da es ständig auf Bereitschaft ist, um die Nähe des Besitzers nicht zu verlieren. Hier wäre es fatal, wenn man einfach mit Konsequenz das Tier „zwingen“ möchte, dass es aufhört zu jammern und es stundenlang vor der geschlossenen Schlafzimmertüre schreien liesse. Denn dies ist eine Stress-Situation, in welcher das Tier nicht anders reagieren kann. Gerade in solchen Fällen ist eine Bachblüten-Therapie die beste Lösung, das Tier in seine innere Balance zu bringen und es sich etwas vom Besitzer abnabeln kann.
Eine zu geringe Sozialisierung, Isolation, Langeweile und vieles mehr können jedoch auch zu einem Verhalten führen, welches Aufmerksamkeit erzwingt. Das Tier verhält sich so, dass es bestimmt Zuwendung bekommt: es springt auf den Tisch, es kratzt an Möbelstücken, die Vorhänge werden attackiert, es miaut in allen Tonlagen etc. Das Tier verschafft sich so die nötige Aufmerksamkeit, auch wenn diese im negativen Fall mit schimpfen vom Menschen quittiert wird – es ist trotzdem eine Art Zuwendung und darum geht es dem Tier. Falls Sie so eine Katze haben, die extrem fordern und bettelnd ist (und dies nicht nur für ein paar Minuten), so sollten Sie mit fachlicher Hilfe versuchen herauszufinden, wo die Ursache dieses Verhaltens liegt.
Vor allem Hauskatzen, welche oft stundenlang alleine sind, nicht richtig gefordert werden oder ihren tierischen Spielkameraden eigentlich nicht so recht mögen, können ihrer Unterforderung mit störendem Verhalten Luft machen. So wie die einen stets zum Futternapf gehen und aus Langeweile fressen, so gibt es Katzen, welche plötzlich jammern, miauen, betteln und sich daraus erhoffen, dass sich der Besitzer um sie kümmert und etwas Farbe in den Alltag kommt. Hier ist ganz wichtig, dass man das Tier mehr auslastet: Jagdspiele, Leckerlis verstecken, Spielbälle mit Futter drin, welches sich die Katze erarbeiten muss, ein vernetzter Balkon oder, wenn gefahrlos möglich, der Freigang etc.
Viele Katzenhalter denken, dass wenn die Katze bettelt, dass sie dann bestimmt Hunger hat. Dies ist jedoch in den wenigsten Fällen so, da das Trockenfutter in den meisten Haushalten ständig zur Verfügung steht. Auch bei Katzen, welche Diät halten müssen oder abgewogenes Spezialfutter haben, ist es oftmals mehr ein Betteln „nach Aufmerksamkeit“ als wirklich das Hungergefühl.
So wichtig Konsequenz, Geduld und ein liebevoller Umgang mit dem Tier auch sind, bitte versuchen Sie nicht verschiedene Dinge an Ihrem Tier aus. Damit ist oft mehr Frust, Unsicherheit und Stress für die Katze verbunden. Bei extremem bettelnden Verhalten sollte fachliche Hilfe in Anspruch genommen werden damit dem Tier und somit auch dem Halter geholfen werden kann.