Können Katzen Farben unterscheiden, bei völliger Dunkelheit sehen, auch über den Rachen riechen und wozu werden die Schnurrhaare eingesetzt? Entdecken Sie das Reich der Sinne Ihrer Katze!
Das Katzenauge hat etwa die gleiche Sehschärfe (Auflösungsvermögen) wie der Mensch, in der Dämmerung sehen Katzen jedoch bedeutend besser als wir. Bei hellem Licht sind die Pupillen schlitzförmig- schmal und werden bei zunehmender Dunkelheit rundlich-oval. Bei völliger Dunkelheit sieht jedoch auch eine Katze nichts. Warum Katzen dennoch nicht gegen Türen oder Gegenstände rennen, liegt daran, dass sie diese bereits erfühlen können bevor sie dagegen stossen. Diese Wahrnehmung erfolgt über ihre Schnurrhaare, welche noch Vibrissen, Sinneshaare oder Sinus-Haare genannt werden. Diese wachsen links und rechts des Nasenspiegels und dienen als Unterstützung des Tastsinnes. Nach Tötung einer Beute wird mit den Schnurrhaaren der Haar- oder Federstrich festgestellt denn die Nahrungsbrocken würden sich nur schlecht „gegen den Strich“ abbeissen und herunterschlucken lassen. Weitere Sinus- Haare befinden sich über den Augen und an der Rückseite der Vorderpfote.
Katzen hielt man lange Zeit für farbenblind. Viele verschiedene Versuche ergaben, dass Katzen auf die Farbe Rot am Positivsten reagieren, dann Gelb, Grün und zuletzt Blau. Jedoch auch blasse Pastellfarben können gut voneinander und von Grautönen unterschieden werden. Die anatomischen Rezeptoren sind somit vorhanden – das Farbsehen scheint aber im Leben der Katze keine grosse Rolle zu spielen.
Das menschliche Gehör nimmt hohe Töne bis maximal 20 kHz wahr, die Katze hingegen kann noch auf Tonhöhen von 45 kHz reagieren. Die auffälligen Haarbüschel an den Ohren, welche manche Katzen besitzen, haben keinen Einfluss auf das Hörvermögen. Im Grunde sind sie rein dekorativ, jedoch auch als wichtiger Bestandteil der Ohrenmimik und Mitteilung der Stimmung.
Eine Katze verfolgt normalerweise keine Geruchsspur oder setzt ihre Nase nicht speziell für die Jagd ein. Der Geruchssinn wird vor allem im sozialen Bereich eingesetzt wie z.B. bei Markier- oder Sexualverhalten und in der Beurteilung von Nahrungsqualität, zum Beispiel wenn sie die Nahrung zuerst ausführlich beschnuppern. Als zweites Geruchsorgan neben der Nase könnte das Jacobson’sche Organ benennt werden. Nimmt die Katze spezielle Gerüche war, so hebt sie den Kopf, zieht die Mundwinkel zurück und hält kurz den Atem an. Dabei wird das Jacobson’sche Organ, welches sich im Gaumen befindet aktiviert und es können wasserlösliche Dufststoffe wahrgenommen werden. Nach diesem Vorgang schluckt die Katze und leckt sich ein bis zweimal über die Nase. Diese Verhalten nennt man Flehmen und kann leicht übersehen werden, weil die Katze den Mund nur leicht öffnet. Früher hat man diese Geste irrtümlicherweise als Ekelgrimasse beschrieben, jedoch sind es meist Duftstoffe auf sexueller Ebene, welche das Flehmen auslösen. Der Ausdruck muss also weder Ekel noch Entzückung bedeuten sondern könnte vielmehr als besserer Zugang der Geruchsstoffe zu dem in der Mundhöhle liegenden Organ dienen.
Manche Katzen mögen Süssigkeiten besonders gerne, es ist jedoch erst bewiesen, dass Katzen die Geschmacksrichtungen salzig, sauer und bitter eindeutig unterscheiden können. Dass Katzen als heikle Tiere gelten wenn es um Futtergeschmacksrichtungen geht, kommt aber eher vom Geruchs- als vom Geschmackssinn her, denn wenn die Nahrung nicht ansprechend genug riecht, so wird die Katze mit dem Fressen gar nicht erst beginnen.
Unsere Katzen sind somit mit allem Nötigen ausgestattet um neugierig und entdeckungsfreudig ins Freie zu gehen und die Umgebung zu erkunden!