Einem Menschen fällt es äusserst schwer sich ohne Sprache auszudrucken, nicht so unseren vierbeinigen Mitbewohnern, welche gelernt haben über die visuelle Ebene zu kommunizieren. Wie gut kennen Sie Ihre Katze in ihrer Mimik und Körpersprache?
Das wohl bekannteste Stimmungsbarometer ist der Schwanz einer Katze. In ruhiger Stimmung zeigt der Schwanz schräg nach unten, bei der Begrüssung wird er meist steil aufgerichtet. Die innere Unruhe oder die im Zwiespalt stehende Katze peitscht ihren Schwanz hin und her, so als würde sie im Konflikt stehen zwischen jener oder anderer Handlung. Als Drohung kann das Fell am Rücken und Schwanz durch den Adrenalineinschuss gesträubt sein und die Katze wirkt so grösser gegenüber dem Konkurrenten.
Ebenso deutlich können die verschiedenen Elemente der Körpersprache am Kopf einer Katze abgelesen werden. Ein vorgestreckter Kopf zeigt Neugier und Interesse, abgewendet oder gesenkt, soll er die Situation entschärfen und jegliche Provokation vermeiden. Eine freundlich gestimmte und zufriedene Katze blinzelt in entspannter Körperlage in die Gegend und dabei öffnen und schliessen sich die Augen langsam. Ebenso wenn die Katze freundliche Kontaktaufnahme mit ihresgleichen oder mit dem Menschen sucht, wird sie dies durch blinzeln anzeigen (starten Sie den Versuch und blinzeln Sie langsam Ihre Katze einige Male hintereinander an, wenn sie entspannt ist, Sie wird es Ihnen nachmachen!)
Die Schnurrhaare variieren in ihrer Stellung ebenso, in entspannter Haltung ganz locker, leicht abstehend vom Kopf, bei Spielbereitschaft und Konzentration zeigen die Schnurrhaare nach vorne und bei Angst werden sie nahe an den Kopf gegen hinten gezogen.
Die Ohren sind wohl das am besten sichtbare Zeichen in welcher Stimmung sich Ihre Katze befindet. Sind sie gegen vorne und zur Mitte gerichtet, so ist die Katze meist konzentriert auf ein Objekt oder Geräusch. Aufgestellte Ohren, welche nach hinten zeigen, bedeuten eine drohende, aggressive Stimmung. Sind jedoch beide Ohren seitwärts herabgezogen so zeigt die Katze Abwehrhaltung, welche bei nicht beachten in Angriff oder in der Flucht enden kann. Sind beide Ohren in verschiedenen Stellungen, so steckt die Katze im inneren Konflikt zwischen zwei Handlungen, auch hier folgt meist kurz darauf eine Reaktion.
Im Umgang mit Ihrer Katze sollten Sie stets versuchen „abzulesen“, wie sich Ihre Katze fühlt. Oftmals wird der Mensch nämlich gebissen oder gekratzt, weil er die Anzeichen davor nicht wahrgenommen oder ignoriert hat. Die Aussage „sie hat mich ohne Grund plötzlich angegriffen“ stimmt nämlich selten – die Katze hat es sehr wohl vorher angezeigt, vielleicht hat der Mensch diese Zeichen einfach übersehen?
Viel Spass beim „Lesen“ Ihrer Katze!