Katze angefahren – was tun?
Es ist der Horror aller Autofahrer und Katzenfreunde, dass ihnen eine Katze vors Auto läuft! Zumal Katzen unberechenbar sind: einige überqueren die Strasse rasch, andere bleiben noch kurz stehen und wieder andere rennen dann doch zurück oder kommen aus einem Gebüsch hervor, wo man sie nicht sehen konnte. Was soll man tun, wenn man eine Katze angefahren hat?
Gerade wenn es dunkel ist oder regnet und die Sicht sowieso schon etwas eingeschränkt ist, besteht die Gefahr eine Katze am Strassenrand nicht wahrnehmen zu können. Da Katzen nur ein Körpergewicht von 3-5kg besitzen, muss der Aufprall für den Lenker nicht so spürbar sein als wenn er ein Wild anfährt. Hat man aber im letzten Moment die Katze gesehen oder gemerkt, dass man eine angefahren hat, so muss man handeln. Abgesehen von der moralischen Verpflichtung ein Tier nicht leiden zu lassen, sind Tiere keine Sache und gesetzlich sind Sie somit verpflichtet Hilfe zu leisten. Das wichtigste dabei ist: Ruhe bewahren! Es hilft weder Ihnen noch der Katze wenn Sie die Nerven verlieren und völlig gedankenlos handeln.
Hier unsere Tipps:
Halten Sie sofort am nächsten geeigneten Ort an und schützen Sie somit Ihr Fahrzeug und sich selber sowie folgende Verkehrsteilnehmer.
Versuchen Sie das verletzte Tier so rasch als möglich von der Fahrbahn wegzunehmen, um einen Nachfolgeunfall verhindern zu können; gerade für Töff- und Velofahrer kann die Situation gefährlich werden.
Bei Schmerzen, Panik und Angst ist es möglich, dass die Katze beisst und kratzt um sich zu wehren. Wenn Sie eine Decke, eine Jacke oder sonst etwas Brauchbares (Gartenhandschuhe etc.) zur Hand haben, so nehmen Sie dies als Hilfsmittel,die Katze aufzuheben und zu transportieren – es dient zu Ihrem Schutz.
Greifen Sie mit der einen Hand unter den Nacken und mit der anderen Hand unter das Gesäss und legen Sie sie das Tier auf eine Decke, Mantel etc. Dieser Griff hilft die Schmerzen bei einem verletzten Tier so gering wie möglich zu halten (Rücken oder innere Verletzungen müssen nicht sichtbar sein!).
Sobald Sie das Tier aus der weiteren Gefahrenzone befreit haben, sollte Hilfe alarmiert werden. Wenn Sie keinerlei Telefonnummer bei sich haben, in einer unbekannten Region sind oder telefonisch Ihren eigenen Tierarzt nicht erreichen, so hilft die Polizei (117) gerne weiter und gibt Auskunft über Tierärzte der Region oder was Sie als nächstes tun sollten.
Was Sie bereits vorbeugend tun können…
Als Autofahrer:
ein paar Gartenhandschuhe sind klein und lassen sich gut im Auto unterbringen, in einer Notsituation sind Sie vielleicht froh um den Schutz beim Transport eines verletzten Tieres
sollten Sie bereits weiter vorne funkelnde Augen in der Dunkelheit sehen oder ein Tier am Strassenrand sehen, so ist Bremsbereitschaft angebracht (Achtung: Blick in den Rückspiegel für nachfolgende Verkehrsteilnehmer!)
Als Tierhalter:
ziehen Sie Ihrem Tier ein lichtreflektierendes Halsband an, gerade in der dunkleren Jahreszeit
wenn immer möglich, schreiben Sie Ihre Telefonnummer oder Anschrift auf die Innenseite des Halsbandes; dies erleichtert dem Tierarzt den Besitzer ausfindig zu machen.
Auch wenn Sie ein verletztes Tier finden sollten, welches nicht durch Ihre Schuld in Not geraten ist, so helfen Sie unverzüglich! Nicht nur das Tier, sondern auch der Besitzer wird es Ihnen danken, wenn er seinen Liebling wieder nach Hause holen darf.